Montag, 4. Oktober 2010

Marathon

 Ein langer Sonntag liegt hinter mir...

Um 4 Uhr klingelte der Wecker und ich bin mehr oder weniger ausgeschlafen aufgestanden, schnell noch fertig gemacht, einen Blick in den Kühlschrank geworfen und natürlich nichts zum frühstücken gefunden, kurz die Überlegung angestellt bei McDonalds vorbeizufahren, aber dann wieder verworfen.

Dann über eine traumhaft leere Autobahn auf den Weg gemacht zur Unterkunft zum Treffen um 5:30 Uhr.
Die Kollegen trafen dann auch später ein und nachdem alle Autos zusammen waren sind wieder eingestiegen und zum nächsten Treffpunkt gefahren. Dort sollten wir dann um 6:15 zwei andere Ortsverbände treffen. Als diese dann auch da waren ging es dann als Verband zum Marathongelände.

Auf der Fahrt wurden dann erstmal vom Verbandsführer oder so die Mannschaftsstärken abgefragt. Das hört sich dann ungefähr so an: "002, Gesamt 2". Ich natürlich erst einmal überfragt was das denn wohl bedeuten würde, wurde dann aber schnell aufgeklärt. Die erste Zahl ist wohl Verbandsführer (wenn ich mich richtig erinnere), das zweite sind die Gruppenführer und das dritte sind die Helfer. D.h. "002, Gesamt 2" heißt, dass keine Chefs auf dem Auto sind, sondern "nur" zwei Helfer. In dem Fall war ich auf dem RTW zusammen mit einem RA.

Nach einer kurzer Orientierung am Marathongelände wurde dann erst einmal das Material für die Unfallhilfsstelle (UHS) ausgeladen und das Zelt aufgebaut. Ein Zelt in einer Messehalle aufzubauen gestaltet sich erst schwieriger als im Freien, weil die Zeltstangen nicht mit Heringen am Boden befestigt werden können und so nach außen wegrutschen. Beim Zeltaufbau zeigt sich dann auch wieder, dass man große Leute immer wieder braucht, z.B. zum Zeltleuchten an der oberen Stange befestigen.
Nach dem Zeltaufbau dann noch die Tragen, Ruheplätze, Intensivplätze etc. aufgebaut. Und dann erst einmal Frühstücken. Die Zwei Notarzte für unsere UHS waren inzwischen auch eingetroffen.
Zwischendurch kamen immer wieder ein paar Läufer an, die zwei Wundschnellverbände haben wollten.. als "Brustwarzenpflaster".

Der Rest des Tages entwickelte sich dann teils langweilig und teils stressig. Das Warten auf neue Einsätze wechselte sich mit Einsätzen ab. Wobei die meisten Einsätze entweder Blasen an Füßen waren oder Kreislaufprobleme wegen Überanstrengung/Dehydration.

Mittagessen gab es dann gegen 14:30. Die Küche hatte uns Portionen abgepackt, die wir abgeholt haben. Zu Essen gab es Reis mit Zwiebelgulasch (?), dazu Salat und Pfirsichquark als Nachtisch.
Nachmittags war recht wenig los, weil die Halbmarathonläufer ja bereits weg waren und die Marathonläufer noch auf der Strecke. Die Zeit wurde dann z.B. für Fortbildungen genutzt. Z.b. zeigten uns die erfahrenen Helfer wie man Blutdruck misst oder der Notarzt erzählt was so alles sein könnte und was da zu tun wäre.
Als dann die ersten Marathonläufer eintrafen ging es mal wieder ein wenig Rund. Ein älterer Herr bekam wegen starker Dehydration eine Infusion. Fünf andere durften sich bei uns Ausruhen und bekamen Getränke gereicht.
Insgesamt hatten wir 20 Einsätze an dem Tag. Blasenpflaster und Brustwarzenpflaster nicht mitgezählt.

Abends dann noch Zelt abbauen und alle Kisten wieder einladen, dann wieder alles in der Unterkunft abliefern.

So war dann mein erster Sanitätsdienst auf einem Marathon um 21:30 Uhr zu Ende.

Ich muss sagen es war recht interessant und ich würde es wieder machen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen