Kardiologische und respiratorische Notfälle
Herzinsuffizienz
Eine Herzinsuffizienz bezeichnet eine unzureichende Pumpleistung des Herzens. Sie kann je nach betroffener Seite links-, rechtsseitig oder global sein. Durch eine Herzinsuffizienz kommt es zu Ödemen. Entweder in den Beinen (Rechtsherzinsuffizienz ) oder in der Lunge (Linksherzinsuffizienz ). Eine Herzinsuffizienz kann eine vererbte Veranlagung oder z.b. durch einen Herzinfarkt erworben sein. Man unterscheidet auch nach Vorwärts- und Rückwärtsversagen. Vorwärtsversagen bedeutet, dass die betroffene Seite keinen ausreichenden Druck aufbauen kann und Rückwärtsversagen bedeutet, dass die betroffene Seite einen Rückstau produziert, also das ankommende Blut nicht ausreichend weiterpumpen kann.
Linksherzinsuffizienz
Ist meist ein Rückwärtsversagen. Es tritt eine hohe Vorlast und eine hohe Nachtlast auf. Dadurch staut sich das Blut in der Lunge und tritt langsam in die Alveolen über, so dass es zu einem Lungenödem kommt. Dadurch dann auch zur Dyspnoe (Atemnot). Das Lungenödem ist leicht an rasselnden, brodelnden Atemgeräuschen erkennbar. Meist tritt auch eine periphere Zyanose aus, weil durch die hohe Nachlast nicht ausreichend Sauerstoffreiches Blut in die peripheren Gefäße gelangt.
Rechtsherzinsuffizienz
Ist meist ein Rückwärtsversagen mit hoher Nachlast und das Blut staut sich im venösen System. Auch hier tritt Flüssigkeit in das umgebende Gewebe über und es kommt so zu Ödemen in den unteren Extremitäten. Auch die Jugularvenen sind gestaut.
Globalinsuffizienz
Eine Globalinsuffizienz betrifft beide Seiten des Herzens und die Symptome sind kombiniert und verstärkt feststellbar. Betroffene Personen sind körperlich kaum belastbar, weil sie keinerlei kardiale Reserven mehr haben.
Verlaufsformen
-> Akute Herzinsuffizienz
Tritt bei einem Herzinfarkt auf.
-> chronische Herzinsuffizienz
Koronare Herzkrankheit
-> Kompensierte Herzinsuffizienz
Das Herz kann bis zu einem gewissen Grad eine Herzinsuffizienz kompensieren. D.h. unter medikamentöser Dauertherapie hat der Patient eine leicht schwächere bis normale Leistungsfähigkeit
-> Dekompensierte Herzinsuffizienz
Tritt meist bei einer Globalinsuffizienz auf. D.h. das Herz kann die Insuffizienz nicht mehr kompensieren und auch Medikamente zeigen keine Wirksamkeit.
Endokarditis
Eine Endokarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard) bzw. der Herzklappen. Man unterscheidet:
- abakteriell - meist nach einer Streptokokkeninfektion, die nicht ausreichend mit Antibiotika behandelt wurde. Dadurch kommt es zur Ablagerung von Immunkomplexen an den Klappen, die dann in ihrer Funktion beeinträchtigt sind.
- bakteriell - Besiedlung der Klappen durch Bakterien
Eine Endokarditis ist ohne eine ausreichende Behandlung tödlich.
Symptome
- Hohes Fieber
- Herzbeschwerden
- Herzinsuffizienz (durch Beeinträchtigung der Klappen)
- Dyspnoe (wegen der Herzinsuffizienz)
- Zyanose (wegen Herzinsuffizienz)
- Bildung von Thromben an der beeinträchtigten Klappen -> Thromboserisiko (Lunge/Gehirn)
Myokarditis
Eine Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels (Myokard) durch Viren.
Schwere Verläufe führen zu Herzerweiterung oder Herzinsuffizienz
Symptome
- Herzrhythmusstörungen
- Dyspnoe (Durch die HRST)
- Symptome eines grippalen Infekts (Fieber, Bronchitis etc.) -> deshalb auch oft falsch diagnostiziert
Perikarditis
Eine Perikarditis ist eine Entzündung des Herzbeutels (Perikard) durch Bakterien, Viren oder durch Giftstoffe. Eine Perikarditis kann auch als Folge eines Herzinfarkts auftreten. Wenn der Herzmuskel mit betroffen ist spricht man von einer Perimyokarditis. Bei schweren Verläufen kann es zu einer Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel kommen wodurch die Herzfunktion eingeschränkt wird.
Symptome
- Einengungsgefühl (ähnlich Angina Pektoris)
- Angst
- atemsynchrone Schmerzen
- Dyspnoe
- Tachykardie
Koronare Herzkrankheit (KHK)
Eine KHK ist eine dauerhafte Verengung der Herzkranzgefäße (Koronargefäße). Dadurch kommt es zu einer Unterversorgung des Herzens und somit zu einer Belastungsschwäche der betroffenen Person. Eine KHK kann zu einem kardiogenen Schock führen.
Arteriosklerose
Eine Arteriosklerose ist eine nicht entzündliche Erkrankung der Arterien. Es kommt zu einem Gewebeumbau des Arterienwand und somit zu einem Elastizitätsverlust. Dadurch kommt es auch zu einer unzureichenden Durchblutung und einem Sauerstoffmangel hinter der Verengung. Als Folgeerkrankungen können je nach betroffener Arterie arterielle Hypertonie, Herzinfarkt (Koronargefäße), Mesenterialinfarkt (Darmgefäße) oder Schlaganfall (Gehirnarterien) auftreten. Als Risikofaktoren gelten Raucher, hohe Blutfettwerte, Diabetes Melitus, Bewegungsmangel oder auch genetische Faktoren.
Akutes Koronarsyndrom (ACS)
Unter dem Oberbegriff "akutes Koronarsyndrom" werden zwei Krankheitsbilder zusammengefasst. Zum einen die Angina Pektoris (AP) und zum anderen der Herzinfarkt (HI). Wobei der HI noch in "STEMI" -> ST-Strecken-Hebung und "NSTEMI" -> keine ST-Strecken-Hebung unterteilt wird.
Angina Pektoris (AP)
Bei einer AP kommt es zu einer krampfhaften Verengung von Herzkranzgefäßen, die zeitlich begrenzt und auch vollständig reversibel ist. Eine AP wird durch Plaque begünstigt. Eine AP ist im Gegensatz zu einem HI Nitrosensibel. D.h. sie lässt sich mit Nitrospray behandeln.
Durch eine AP kommt es zu einer Sauerstoffunterversorung der Myokards. Und somit so folgenden Symptome:
- Schmerzen (retrosternal ggf. mit Ausstrahlung in linke Schulter und linken Arm)
- Schonhaltung (leicht nach vorne gebeugt)
- Engegefühl in der Brust
- Dyspnoe
- Angst, Panik
- Herzinsuffizienz -> Belastungsschwäche
Als Maßnahmen bei einer Angina Pektoris wird folgendes eingeleitet:
- Ruhe
- Oberkörperhochlagerung
- Monitoring
- Zugang vorbereiten
- Notarzt nachalarmieren (eine AP lässt sich im RD nicht vom HI unterscheiden)
Als Auslöser einer AP gelten:
- Belastung (physisch oder psychisch)
- Kältereiz
- deftige Mahlzeiten
- ein erhöhter, unbedienter Sauerstoffbedarf
Es gibt zwei Arten der AP. Zum einen die stabile AP, die bei bestimmten Belastungen auftritt und zum anderen die instabile AP. Eine instabile AP liegt vor, wenn eine AP zum ersten mal auftritt, oder wenn sich eine Veränderung einer stabilen AP einstellt. Als Sonderform der AP gibt es noch die prinzmetal AP, bei der kein konkreter Auslöser erkennbar ist, es kommt auch zu keiner körperlichen Einschränkung und die ST-Strecken-Veränderung ist vollständig ausgeprägt, aber nach Ende der AP wieder vollkommen reversibel.
Herzinfarkt / Myokardinfarkt (HI)
Ein HI ist ein permanenter Verschluss eines Koronargefäßes. Der Myokard hat eine Ischämietoleranz von 15 bis 30 Minuten. Danach kommt es zu irreversiblen Nekrosen. Je nach Größe des durch den Verschluss betroffenen Areals kommt es zu unterschiedlichen Komplikationen. Der HI ist im Gegensatz zur AP Nitroresistent. Als Komplikationen können Herzrhythmusstörungen, Linksherzversagen mit Lungenödem, ein kardiogener Schock oder gar ein Kreislaufstillstand auftreten.
Symptome
- Thoraxschmerz (retrosternal)
- Schmerzausstrahlung in Schulter, Kiefer, Brust, Hals, Oberbauch, Arm
-> Bei Diabetes kann es ggf. zu einem stillen Infarkt kommen!
- (Todes-)Angst, Panik
- Engegefühl in der Brust
EKG-Diagnostik
Das EKG-Bild zeigt in der II-Ableitung eine erhöhte ST-Strecke. Auch eine stark erhöhte T-Welle kann vorhanden sein. Als Endstadium nach einem HI zeigt sich den Rest des Lebens ein breiteres Q.
Unterschied AP/HI
Eine AP dauert weniger als 30 Minuten, ist Nitrosensibel und hat weniger vegetative Symptomatik (Angst, Panik, Schweiß, Dyspnoe etc.).
ca. 1/3 aller HI laufen stumm ab! Meist bei Frauen oder Diabetikern.
Basismaßnahmen AP/HI
- A
- B
-> Sauerstoffgabe
- C
-> Vorlastsenkung durch Oberkörperhochlagerung
-> Kontinuierliches Monitoring aller Parameter (Sättigung, Puls, EKG etc.)
-> keinen Stress verursachen, Patient beruhigen
-> keine körperliche Betätigung -> Patient läuft nicht!
- NA nachalarmieren
erweiterte Maßnahmen
- Zugang (langsam tropfend) -> Kein Nitro ohne Zugang!
- Medis: MONA-BH
-> Morphin, Sauerstoff (Std.), Nitro (bei AP), ASS (Std.), Beloc (Beta-Blocker, um Herzfrequenz zu senken), Heparin (Std.)
- Lyse (nur bei Transportdauer von mehr als 30 Minuten)
Kardiales Lungenödem
Ein kardiales Lungenödem ist eine folge einer akuten oder chronischen Linksherzinsuffizienz. Das Ödem beeinflusst die Diffusionsvorgänge in den Alveolen durch den manchmal fleischfarbenen Schauen, der sich bildet.
Symptome
- Dyspnoe
- Tachypnoe
- ggf. Orthopnoe
- Zyanose
- unruhiger, agitierter, ängstlicher Patient
- Atemgeräusch bei Expiration
- ggf. Sputum (Auswurf)
- im EKG sind ggf. HRST erkennbar
Als Therapieziel soll die Herzlast durch Vorlastsenkung gesenkt werden und die Herzkraft durch Sauerstoffgabe gesteigert werden.
Basismaßnahmen
- A
-> Atemwege freimachen und freihalten (ggf. Schaum absaugen)
- B
-> Sauerstoffgabe
-> Beurteilen der Atemfrequenz oder -Geräusche
- C
-> Aufrechte Sitzposition
-> unblutiger Aderlass, hängende Extremitäten um die Vorlast zu senden
-> Monitoring
Erweiterte Maßnahmen
- NA
-> Med. Therapie mit Nitro, Diuretika, Morphin und ansonsten Symptombedingt (HRST)
Hypertensiver Notfall
Entscheidend für die Einordnung als Hypertensiver Notfall ist der zeitliche Verlauf des Blutdruckanstiegs und nicht die Druckhöhe. Er tritt meist nach diversen Vorerkrankungen auf.
Symptome
- Leitsymptom: Hypertonie (> 200 systolisch)
- Hochroter Kopf
- Epistaxis (Nasenbluten)
- neulogischer Symptomkomplex
- Angst
- ggf. zerebrale Krämpfe
Basismaßnahmen
- A
- B
-> Sauerstoffgabe
- C
-> Blutdrucksenkung durch psychsche Einflussnahme (Beruhigen etc.)
-> Monitoring
- D
-> Aufrechte Sitzposition -> Hirndruck nicht unnötig erhöhen
-> Pupillencheck -> erhöhter Hirndruck bei Anisokorie
-> Differenzialdiagnose Apoplex (Apoplex zeigt auch erhöhten Blutdruck) -> Kreuzgriff etc.
-> NA-Nachforderung, wenn Patient instabil
Vasovagale Synkope
Eine vasovagale Synkope ist ein flüchtiger Bewusstseinsverlusst, der durch einen Vaguzreis ausgelöst wird. Dadurch kommt es zu einer Weitung der Gefäße und das Blut "versackt".
Symptome
- Hypotonie
- kurzzeitiger Bewusstseinsverlust (bis 30 Sekunden)
- Nach Ereignis Tachykardie
Basismaßnahmen
- A
-> Atemwege freimachen
-> Seitenlage
- B
-> Atemkontrolle
-> Sauerstoffgabe
- C
-> Monitoring
-> BZ!
-> Wenn Ansprechbar Schocklage
Embolus vs. Thrombus
Eine Embolie ist eine Verschleppung Körper -eigener/-fremder Stoffe. Der Entstehungsort ist nie der Verschlussort.
Eine Thrombose ist ein Verschluss durch eine Blutspropfbildung an einem geschädigten Gefäß, Gefäßwandveränderung etc. Der Entstehungsort ist der Verschlussort.
Es gibt venose und arterielle Verschlüsse. Die habe ich aber schonmal beim Rettungshelfer niedergeschrieben und wiederhole die hier nicht noch einmal...
COPD
(chronic obstructive pulmonary disease)
COPD ist ein Sammelbegriff für eine chronische Bronchitis und das Lungenemphysem.
COPD ist die häufigste Lungenerkrankung und tritt meist als Folge einer jahrelangen Belastung mit diversen Stoffen z.B. im Bergbau oder bei Kettenrauchern auf. Es gibt eine deutliche Abgrenzung zum Asthma Bronchialis, welche ähnliche Symptome zeigt, aber verschiedene Ursachen hat.
Als Folge einer COPD tritt durch die dauerhafte Unterversorgung mit Sauerstoff eine Hypoxie auf. Des weiteren kommt es durch den erhöhten Ausatemwiderstand zu einer weiteren Überblähung der Alveolen und dadurch zur Pulmonalen Hypertonie, Rechtsherzbelastung und dann zu einer Rechtsherzinsuffizienz.
Chronische Bronchitis
eine chron. Bronchitis ist eine dauerhafte Entzündung verbunden mit chronischem, teilweise produktivem Husten.
Lungenemphysem
Ein Lungenemphysem ist eine nicht-reversible Überblähung der Lunge und einer damit verbundenen Einschränkung der Lungenfunktion. Durch das Emphysem verschmilzen Alveolen und dadurch kommt es zu einer Verringerung der Gasaustauschfläche. Somit wird die Lungenfunktion zerstört.
Symptome COPD
- produktiver Husten
- Belastungsdyspnoe
- Zyanose
- Verlängerte Ausatmung
- Atemgeräusche bei der Expiration
- im weiteren Verlauf Ruhedyspnoe
Maßnahmen COPD
- Kontakt mit den auslösenden Stoffen vermeiden
- medikamentöse Langzeitbehandlung
- Heimsauerstoffgerät
- Akuttherapie durch Rettungsdienst -> Siehe Asthma
Asthma Bronchialis
Eine Asthma Bronchialis verläuft Anfallsartig und wird entweder durch interne Ursachen (Infekt, Anstrengung) oder externe Ursachen (Allergien) ausgelöst.
Symptome
- Anfallsartig
- Atemnot
- Atemgeräusche beim Ausatmen
- Tachypnoe
- ggf. Orthopnoe
- Zyanose
- Hypotonie
- Tachykardie
Basismaßnahmen
- Oberkörperhochlagerung
- Vorsichtige Sauerstoffgabe 2-4l
- Monitoring
- Lippenbremse einsetzen lassen
Erweiterte Maßnahmen
- Zugang vorbereiten
- medikamentöse Therapie
COPD vs. Asthma
COPD tritt durch Zigaretten o.ä. auf, wo hingegen Asthma meist durch Allergien verursacht wird.
COPD tritt erst in höherem Alter auf und Asthma im Kindes-/Jugendalter.
COPD tritt bei Belastung auf und Asthma anfallsartig.
COPD hat eine progrediente, dauerhafte Beeinträchtigung, Asthma hat einen wechselhaften und periodischen Verlauf.
COPD ist nicht reversibel und medikamentenresistent und Asthma ist durch Medikamente reversibel.
Pneumonie (Lungenentzündung)
Es gibt sowohl akute als auch chronische Lungenentzündungen.
Die Symptome sind abhängig vom Auslöser/Erregertyp, Masse des betroffenen Areals und der gesundheitlichen Verfassung des Patienten. Meist treten unspezifische Symptome, wie z.B. Husten, Fieber mit und ohne Schüttelfrost, auf. Die Patienten machen einen kranken bis sehr kranken Eindruck.
Pneumonie ist die häufigste entzündungsbedingte Todesursache. Vor allem bei einer bakteriellen Pneumonie kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. z.B. einer Sepsis, Hirnentzündung, Endo/Perimyokarditis, respiratorische Insuffizienz durch Eiter im Pleuraspalt oder Thrombosen durch langes liegen.
Basismaßnahmen
- Symptombestimmt
- Sauerstoffgabe
- Monitoring
- ggf. Hilfestellung beim produktiven Husten
Bolusgeschehen
Von einem Bolusgeschehen spricht man, wenn jemand, meist Säugling, Kleinkinder, ältere Menschen oder besoffene etwas aspirieren. Dabei ist es egal, ob es Nahrung, Gegenstände allterArt, Erbrochenes oder Blut ist. Durch das Bolusgeschehen werden die Atemwege komplett oder teilweise verschlossen. Dadurch besteht eine akute Erstickuhngsgefahr. Ggf. kommt es durch einen Vagusreiz an der Rachenhinterwand zu einer Bradykardie.
Symptome
- Abhängig von Größe und Konsitenz
- Akute Atemnot
- Starker Hustenreiz
- Unruhe, agitiert, Angst
- Tachykardie
- Schmerzen -> retrosternal, epigstrisch
- Schluckstörungen
- vermehrter Speichelfluss
- Würgereiz
Maßnahmen
freimachen der Atemwege durch
- manuelles Ausräumen
- Magillzange
- Absaugen
- bei Erwachsenen Heimlich-Handgriff
- bei Kindern: Rückenschläge
Hyperventilationssyndrom
Wird meist durch Angst, Stress, Wut, Aufregung oder Erschrecken ausgelöst. Der Patient macht dabei schnelle, tiefe Atemzüge, dadurch kommt es zu einer Störung des Säure-Base-Haushaltes im Körper, weil zuviel Kohlendioxid abgeatmet wird. -> respiratorische Alkalose. Typisch ist dabei die Pfötchenstellung der Hände.
Symptome
- Ameisenlaufen Mund/Finger
- Tetanie
- Tachypnoe
Basismaßnahmen
- Beruhigen (Talk down)
- Rückatmung z.B. mit Hyperventilationsmaske
- ggf. Notarzt
Und zum Schluss noch ein paar Tipps:
Was tun mit nervigen Angehörigen/Zeugen/Gaffern?
- den "Chef" der Gaffer aufpassen lassen, dass keiner raucht (Sauerstoff)
- Einsatzstelle absuchen lassen, ob nicht ggf. noch irgendwo jemand aus dem Auto geschleudert wurde
- Puls messen zeigen und dann bitten den Puls alle 30 Sekunden durchzugeben
- Infusionsständer
- In der Wohnung Platz schaffen lassen für die Trage/den Stuhl -> Möbel oder Teppiche wegräumen etc.
Ein Blog über die Erfahrungen eines Systemadministrators als ehrenamtlicher Helfer beim DRK
Sonntag, 13. November 2011
RS Tag 9
um
18:41
Kardiologische und respiratorische Notfälle
Herzinsuffizienz
Eine Herzinsuffizienz bezeichnet eine unzureichende Pumpleistung des Herzens. Sie kann je nach betroffener Seite links-, rechtsseitig oder global sein. Durch eine Herzinsuffizienz kommt es zu Ödemen. Entweder in den Beinen (Rechtsherzinsuffizienz ) oder in der Lunge (Linksherzinsuffizienz ). Eine Herzinsuffizienz kann eine vererbte Veranlagung oder z.b. durch einen Herzinfarkt erworben sein. Man unterscheidet auch nach Vorwärts- und Rückwärtsversagen. Vorwärtsversagen bedeutet, dass die betroffene Seite keinen ausreichenden Druck aufbauen kann und Rückwärtsversagen bedeutet, dass die betroffene Seite einen Rückstau produziert, also das ankommende Blut nicht ausreichend weiterpumpen kann.
Linksherzinsuffizienz
Ist meist ein Rückwärtsversagen. Es tritt eine hohe Vorlast und eine hohe Nachtlast auf. Dadurch staut sich das Blut in der Lunge und tritt langsam in die Alveolen über, so dass es zu einem Lungenödem kommt. Dadurch dann auch zur Dyspnoe (Atemnot). Das Lungenödem ist leicht an rasselnden, brodelnden Atemgeräuschen erkennbar. Meist tritt auch eine periphere Zyanose aus, weil durch die hohe Nachlast nicht ausreichend Sauerstoffreiches Blut in die peripheren Gefäße gelangt.
Rechtsherzinsuffizienz
Ist meist ein Rückwärtsversagen mit hoher Nachlast und das Blut staut sich im venösen System. Auch hier tritt Flüssigkeit in das umgebende Gewebe über und es kommt so zu Ödemen in den unteren Extremitäten. Auch die Jugularvenen sind gestaut.
Globalinsuffizienz
Eine Globalinsuffizienz betrifft beide Seiten des Herzens und die Symptome sind kombiniert und verstärkt feststellbar. Betroffene Personen sind körperlich kaum belastbar, weil sie keinerlei kardiale Reserven mehr haben.
Verlaufsformen
-> Akute Herzinsuffizienz
Tritt bei einem Herzinfarkt auf.
-> chronische Herzinsuffizienz
Koronare Herzkrankheit
-> Kompensierte Herzinsuffizienz
Das Herz kann bis zu einem gewissen Grad eine Herzinsuffizienz kompensieren. D.h. unter medikamentöser Dauertherapie hat der Patient eine leicht schwächere bis normale Leistungsfähigkeit
-> Dekompensierte Herzinsuffizienz
Tritt meist bei einer Globalinsuffizienz auf. D.h. das Herz kann die Insuffizienz nicht mehr kompensieren und auch Medikamente zeigen keine Wirksamkeit.
Endokarditis
Eine Endokarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard) bzw. der Herzklappen. Man unterscheidet:
- abakteriell - meist nach einer Streptokokkeninfektion, die nicht ausreichend mit Antibiotika behandelt wurde. Dadurch kommt es zur Ablagerung von Immunkomplexen an den Klappen, die dann in ihrer Funktion beeinträchtigt sind.
- bakteriell - Besiedlung der Klappen durch Bakterien
Eine Endokarditis ist ohne eine ausreichende Behandlung tödlich.
Symptome
- Hohes Fieber
- Herzbeschwerden
- Herzinsuffizienz (durch Beeinträchtigung der Klappen)
- Dyspnoe (wegen der Herzinsuffizienz)
- Zyanose (wegen Herzinsuffizienz)
- Bildung von Thromben an der beeinträchtigten Klappen -> Thromboserisiko (Lunge/Gehirn)
Myokarditis
Eine Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels (Myokard) durch Viren.
Schwere Verläufe führen zu Herzerweiterung oder Herzinsuffizienz
Symptome
- Herzrhythmusstörungen
- Dyspnoe (Durch die HRST)
- Symptome eines grippalen Infekts (Fieber, Bronchitis etc.) -> deshalb auch oft falsch diagnostiziert
Perikarditis
Eine Perikarditis ist eine Entzündung des Herzbeutels (Perikard) durch Bakterien, Viren oder durch Giftstoffe. Eine Perikarditis kann auch als Folge eines Herzinfarkts auftreten. Wenn der Herzmuskel mit betroffen ist spricht man von einer Perimyokarditis. Bei schweren Verläufen kann es zu einer Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel kommen wodurch die Herzfunktion eingeschränkt wird.
Symptome
- Einengungsgefühl (ähnlich Angina Pektoris)
- Angst
- atemsynchrone Schmerzen
- Dyspnoe
- Tachykardie
Koronare Herzkrankheit (KHK)
Eine KHK ist eine dauerhafte Verengung der Herzkranzgefäße (Koronargefäße). Dadurch kommt es zu einer Unterversorgung des Herzens und somit zu einer Belastungsschwäche der betroffenen Person. Eine KHK kann zu einem kardiogenen Schock führen.
Arteriosklerose
Eine Arteriosklerose ist eine nicht entzündliche Erkrankung der Arterien. Es kommt zu einem Gewebeumbau des Arterienwand und somit zu einem Elastizitätsverlust. Dadurch kommt es auch zu einer unzureichenden Durchblutung und einem Sauerstoffmangel hinter der Verengung. Als Folgeerkrankungen können je nach betroffener Arterie arterielle Hypertonie, Herzinfarkt (Koronargefäße), Mesenterialinfarkt (Darmgefäße) oder Schlaganfall (Gehirnarterien) auftreten. Als Risikofaktoren gelten Raucher, hohe Blutfettwerte, Diabetes Melitus, Bewegungsmangel oder auch genetische Faktoren.
Akutes Koronarsyndrom (ACS)
Unter dem Oberbegriff "akutes Koronarsyndrom" werden zwei Krankheitsbilder zusammengefasst. Zum einen die Angina Pektoris (AP) und zum anderen der Herzinfarkt (HI). Wobei der HI noch in "STEMI" -> ST-Strecken-Hebung und "NSTEMI" -> keine ST-Strecken-Hebung unterteilt wird.
Angina Pektoris (AP)
Bei einer AP kommt es zu einer krampfhaften Verengung von Herzkranzgefäßen, die zeitlich begrenzt und auch vollständig reversibel ist. Eine AP wird durch Plaque begünstigt. Eine AP ist im Gegensatz zu einem HI Nitrosensibel. D.h. sie lässt sich mit Nitrospray behandeln.
Durch eine AP kommt es zu einer Sauerstoffunterversorung der Myokards. Und somit so folgenden Symptome:
- Schmerzen (retrosternal ggf. mit Ausstrahlung in linke Schulter und linken Arm)
- Schonhaltung (leicht nach vorne gebeugt)
- Engegefühl in der Brust
- Dyspnoe
- Angst, Panik
- Herzinsuffizienz -> Belastungsschwäche
Als Maßnahmen bei einer Angina Pektoris wird folgendes eingeleitet:
- Ruhe
- Oberkörperhochlagerung
- Monitoring
- Zugang vorbereiten
- Notarzt nachalarmieren (eine AP lässt sich im RD nicht vom HI unterscheiden)
Als Auslöser einer AP gelten:
- Belastung (physisch oder psychisch)
- Kältereiz
- deftige Mahlzeiten
- ein erhöhter, unbedienter Sauerstoffbedarf
Es gibt zwei Arten der AP. Zum einen die stabile AP, die bei bestimmten Belastungen auftritt und zum anderen die instabile AP. Eine instabile AP liegt vor, wenn eine AP zum ersten mal auftritt, oder wenn sich eine Veränderung einer stabilen AP einstellt. Als Sonderform der AP gibt es noch die prinzmetal AP, bei der kein konkreter Auslöser erkennbar ist, es kommt auch zu keiner körperlichen Einschränkung und die ST-Strecken-Veränderung ist vollständig ausgeprägt, aber nach Ende der AP wieder vollkommen reversibel.
Herzinfarkt / Myokardinfarkt (HI)
Ein HI ist ein permanenter Verschluss eines Koronargefäßes. Der Myokard hat eine Ischämietoleranz von 15 bis 30 Minuten. Danach kommt es zu irreversiblen Nekrosen. Je nach Größe des durch den Verschluss betroffenen Areals kommt es zu unterschiedlichen Komplikationen. Der HI ist im Gegensatz zur AP Nitroresistent. Als Komplikationen können Herzrhythmusstörungen, Linksherzversagen mit Lungenödem, ein kardiogener Schock oder gar ein Kreislaufstillstand auftreten.
Symptome
- Thoraxschmerz (retrosternal)
- Schmerzausstrahlung in Schulter, Kiefer, Brust, Hals, Oberbauch, Arm
-> Bei Diabetes kann es ggf. zu einem stillen Infarkt kommen!
- (Todes-)Angst, Panik
- Engegefühl in der Brust
EKG-Diagnostik
Das EKG-Bild zeigt in der II-Ableitung eine erhöhte ST-Strecke. Auch eine stark erhöhte T-Welle kann vorhanden sein. Als Endstadium nach einem HI zeigt sich den Rest des Lebens ein breiteres Q.
Unterschied AP/HI
Eine AP dauert weniger als 30 Minuten, ist Nitrosensibel und hat weniger vegetative Symptomatik (Angst, Panik, Schweiß, Dyspnoe etc.).
ca. 1/3 aller HI laufen stumm ab! Meist bei Frauen oder Diabetikern.
Basismaßnahmen AP/HI
- A
- B
-> Sauerstoffgabe
- C
-> Vorlastsenkung durch Oberkörperhochlagerung
-> Kontinuierliches Monitoring aller Parameter (Sättigung, Puls, EKG etc.)
-> keinen Stress verursachen, Patient beruhigen
-> keine körperliche Betätigung -> Patient läuft nicht!
- NA nachalarmieren
erweiterte Maßnahmen
- Zugang (langsam tropfend) -> Kein Nitro ohne Zugang!
- Medis: MONA-BH
-> Morphin, Sauerstoff (Std.), Nitro (bei AP), ASS (Std.), Beloc (Beta-Blocker, um Herzfrequenz zu senken), Heparin (Std.)
- Lyse (nur bei Transportdauer von mehr als 30 Minuten)
Kardiales Lungenödem
Ein kardiales Lungenödem ist eine folge einer akuten oder chronischen Linksherzinsuffizienz. Das Ödem beeinflusst die Diffusionsvorgänge in den Alveolen durch den manchmal fleischfarbenen Schauen, der sich bildet.
Symptome
- Dyspnoe
- Tachypnoe
- ggf. Orthopnoe
- Zyanose
- unruhiger, agitierter, ängstlicher Patient
- Atemgeräusch bei Expiration
- ggf. Sputum (Auswurf)
- im EKG sind ggf. HRST erkennbar
Als Therapieziel soll die Herzlast durch Vorlastsenkung gesenkt werden und die Herzkraft durch Sauerstoffgabe gesteigert werden.
Basismaßnahmen
- A
-> Atemwege freimachen und freihalten (ggf. Schaum absaugen)
- B
-> Sauerstoffgabe
-> Beurteilen der Atemfrequenz oder -Geräusche
- C
-> Aufrechte Sitzposition
-> unblutiger Aderlass, hängende Extremitäten um die Vorlast zu senden
-> Monitoring
Erweiterte Maßnahmen
- NA
-> Med. Therapie mit Nitro, Diuretika, Morphin und ansonsten Symptombedingt (HRST)
Hypertensiver Notfall
Entscheidend für die Einordnung als Hypertensiver Notfall ist der zeitliche Verlauf des Blutdruckanstiegs und nicht die Druckhöhe. Er tritt meist nach diversen Vorerkrankungen auf.
Symptome
- Leitsymptom: Hypertonie (> 200 systolisch)
- Hochroter Kopf
- Epistaxis (Nasenbluten)
- neulogischer Symptomkomplex
- Angst
- ggf. zerebrale Krämpfe
Basismaßnahmen
- A
- B
-> Sauerstoffgabe
- C
-> Blutdrucksenkung durch psychsche Einflussnahme (Beruhigen etc.)
-> Monitoring
- D
-> Aufrechte Sitzposition -> Hirndruck nicht unnötig erhöhen
-> Pupillencheck -> erhöhter Hirndruck bei Anisokorie
-> Differenzialdiagnose Apoplex (Apoplex zeigt auch erhöhten Blutdruck) -> Kreuzgriff etc.
-> NA-Nachforderung, wenn Patient instabil
Vasovagale Synkope
Eine vasovagale Synkope ist ein flüchtiger Bewusstseinsverlusst, der durch einen Vaguzreis ausgelöst wird. Dadurch kommt es zu einer Weitung der Gefäße und das Blut "versackt".
Symptome
- Hypotonie
- kurzzeitiger Bewusstseinsverlust (bis 30 Sekunden)
- Nach Ereignis Tachykardie
Basismaßnahmen
- A
-> Atemwege freimachen
-> Seitenlage
- B
-> Atemkontrolle
-> Sauerstoffgabe
- C
-> Monitoring
-> BZ!
-> Wenn Ansprechbar Schocklage
Embolus vs. Thrombus
Eine Embolie ist eine Verschleppung Körper -eigener/-fremder Stoffe. Der Entstehungsort ist nie der Verschlussort.
Eine Thrombose ist ein Verschluss durch eine Blutspropfbildung an einem geschädigten Gefäß, Gefäßwandveränderung etc. Der Entstehungsort ist der Verschlussort.
Es gibt venose und arterielle Verschlüsse. Die habe ich aber schonmal beim Rettungshelfer niedergeschrieben und wiederhole die hier nicht noch einmal...
COPD
(chronic obstructive pulmonary disease)
COPD ist ein Sammelbegriff für eine chronische Bronchitis und das Lungenemphysem.
COPD ist die häufigste Lungenerkrankung und tritt meist als Folge einer jahrelangen Belastung mit diversen Stoffen z.B. im Bergbau oder bei Kettenrauchern auf. Es gibt eine deutliche Abgrenzung zum Asthma Bronchialis, welche ähnliche Symptome zeigt, aber verschiedene Ursachen hat.
Als Folge einer COPD tritt durch die dauerhafte Unterversorgung mit Sauerstoff eine Hypoxie auf. Des weiteren kommt es durch den erhöhten Ausatemwiderstand zu einer weiteren Überblähung der Alveolen und dadurch zur Pulmonalen Hypertonie, Rechtsherzbelastung und dann zu einer Rechtsherzinsuffizienz.
Chronische Bronchitis
eine chron. Bronchitis ist eine dauerhafte Entzündung verbunden mit chronischem, teilweise produktivem Husten.
Lungenemphysem
Ein Lungenemphysem ist eine nicht-reversible Überblähung der Lunge und einer damit verbundenen Einschränkung der Lungenfunktion. Durch das Emphysem verschmilzen Alveolen und dadurch kommt es zu einer Verringerung der Gasaustauschfläche. Somit wird die Lungenfunktion zerstört.
Symptome COPD
- produktiver Husten
- Belastungsdyspnoe
- Zyanose
- Verlängerte Ausatmung
- Atemgeräusche bei der Expiration
- im weiteren Verlauf Ruhedyspnoe
Maßnahmen COPD
- Kontakt mit den auslösenden Stoffen vermeiden
- medikamentöse Langzeitbehandlung
- Heimsauerstoffgerät
- Akuttherapie durch Rettungsdienst -> Siehe Asthma
Asthma Bronchialis
Eine Asthma Bronchialis verläuft Anfallsartig und wird entweder durch interne Ursachen (Infekt, Anstrengung) oder externe Ursachen (Allergien) ausgelöst.
Symptome
- Anfallsartig
- Atemnot
- Atemgeräusche beim Ausatmen
- Tachypnoe
- ggf. Orthopnoe
- Zyanose
- Hypotonie
- Tachykardie
Basismaßnahmen
- Oberkörperhochlagerung
- Vorsichtige Sauerstoffgabe 2-4l
- Monitoring
- Lippenbremse einsetzen lassen
Erweiterte Maßnahmen
- Zugang vorbereiten
- medikamentöse Therapie
COPD vs. Asthma
COPD tritt durch Zigaretten o.ä. auf, wo hingegen Asthma meist durch Allergien verursacht wird.
COPD tritt erst in höherem Alter auf und Asthma im Kindes-/Jugendalter.
COPD tritt bei Belastung auf und Asthma anfallsartig.
COPD hat eine progrediente, dauerhafte Beeinträchtigung, Asthma hat einen wechselhaften und periodischen Verlauf.
COPD ist nicht reversibel und medikamentenresistent und Asthma ist durch Medikamente reversibel.
Pneumonie (Lungenentzündung)
Es gibt sowohl akute als auch chronische Lungenentzündungen.
Die Symptome sind abhängig vom Auslöser/Erregertyp, Masse des betroffenen Areals und der gesundheitlichen Verfassung des Patienten. Meist treten unspezifische Symptome, wie z.B. Husten, Fieber mit und ohne Schüttelfrost, auf. Die Patienten machen einen kranken bis sehr kranken Eindruck.
Pneumonie ist die häufigste entzündungsbedingte Todesursache. Vor allem bei einer bakteriellen Pneumonie kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. z.B. einer Sepsis, Hirnentzündung, Endo/Perimyokarditis, respiratorische Insuffizienz durch Eiter im Pleuraspalt oder Thrombosen durch langes liegen.
Basismaßnahmen
- Symptombestimmt
- Sauerstoffgabe
- Monitoring
- ggf. Hilfestellung beim produktiven Husten
Bolusgeschehen
Von einem Bolusgeschehen spricht man, wenn jemand, meist Säugling, Kleinkinder, ältere Menschen oder besoffene etwas aspirieren. Dabei ist es egal, ob es Nahrung, Gegenstände allterArt, Erbrochenes oder Blut ist. Durch das Bolusgeschehen werden die Atemwege komplett oder teilweise verschlossen. Dadurch besteht eine akute Erstickuhngsgefahr. Ggf. kommt es durch einen Vagusreiz an der Rachenhinterwand zu einer Bradykardie.
Symptome
- Abhängig von Größe und Konsitenz
- Akute Atemnot
- Starker Hustenreiz
- Unruhe, agitiert, Angst
- Tachykardie
- Schmerzen -> retrosternal, epigstrisch
- Schluckstörungen
- vermehrter Speichelfluss
- Würgereiz
Maßnahmen
freimachen der Atemwege durch
- manuelles Ausräumen
- Magillzange
- Absaugen
- bei Erwachsenen Heimlich-Handgriff
- bei Kindern: Rückenschläge
Hyperventilationssyndrom
Wird meist durch Angst, Stress, Wut, Aufregung oder Erschrecken ausgelöst. Der Patient macht dabei schnelle, tiefe Atemzüge, dadurch kommt es zu einer Störung des Säure-Base-Haushaltes im Körper, weil zuviel Kohlendioxid abgeatmet wird. -> respiratorische Alkalose. Typisch ist dabei die Pfötchenstellung der Hände.
Symptome
- Ameisenlaufen Mund/Finger
- Tetanie
- Tachypnoe
Basismaßnahmen
- Beruhigen (Talk down)
- Rückatmung z.B. mit Hyperventilationsmaske
- ggf. Notarzt
Und zum Schluss noch ein paar Tipps:
Was tun mit nervigen Angehörigen/Zeugen/Gaffern?
- den "Chef" der Gaffer aufpassen lassen, dass keiner raucht (Sauerstoff)
- Einsatzstelle absuchen lassen, ob nicht ggf. noch irgendwo jemand aus dem Auto geschleudert wurde
- Puls messen zeigen und dann bitten den Puls alle 30 Sekunden durchzugeben
- Infusionsständer
- In der Wohnung Platz schaffen lassen für die Trage/den Stuhl -> Möbel oder Teppiche wegräumen etc.
Herzinsuffizienz
Eine Herzinsuffizienz bezeichnet eine unzureichende Pumpleistung des Herzens. Sie kann je nach betroffener Seite links-, rechtsseitig oder global sein. Durch eine Herzinsuffizienz kommt es zu Ödemen. Entweder in den Beinen (Rechtsherzinsuffizienz ) oder in der Lunge (Linksherzinsuffizienz ). Eine Herzinsuffizienz kann eine vererbte Veranlagung oder z.b. durch einen Herzinfarkt erworben sein. Man unterscheidet auch nach Vorwärts- und Rückwärtsversagen. Vorwärtsversagen bedeutet, dass die betroffene Seite keinen ausreichenden Druck aufbauen kann und Rückwärtsversagen bedeutet, dass die betroffene Seite einen Rückstau produziert, also das ankommende Blut nicht ausreichend weiterpumpen kann.
Linksherzinsuffizienz
Ist meist ein Rückwärtsversagen. Es tritt eine hohe Vorlast und eine hohe Nachtlast auf. Dadurch staut sich das Blut in der Lunge und tritt langsam in die Alveolen über, so dass es zu einem Lungenödem kommt. Dadurch dann auch zur Dyspnoe (Atemnot). Das Lungenödem ist leicht an rasselnden, brodelnden Atemgeräuschen erkennbar. Meist tritt auch eine periphere Zyanose aus, weil durch die hohe Nachlast nicht ausreichend Sauerstoffreiches Blut in die peripheren Gefäße gelangt.
Rechtsherzinsuffizienz
Ist meist ein Rückwärtsversagen mit hoher Nachlast und das Blut staut sich im venösen System. Auch hier tritt Flüssigkeit in das umgebende Gewebe über und es kommt so zu Ödemen in den unteren Extremitäten. Auch die Jugularvenen sind gestaut.
Globalinsuffizienz
Eine Globalinsuffizienz betrifft beide Seiten des Herzens und die Symptome sind kombiniert und verstärkt feststellbar. Betroffene Personen sind körperlich kaum belastbar, weil sie keinerlei kardiale Reserven mehr haben.
Verlaufsformen
-> Akute Herzinsuffizienz
Tritt bei einem Herzinfarkt auf.
-> chronische Herzinsuffizienz
Koronare Herzkrankheit
-> Kompensierte Herzinsuffizienz
Das Herz kann bis zu einem gewissen Grad eine Herzinsuffizienz kompensieren. D.h. unter medikamentöser Dauertherapie hat der Patient eine leicht schwächere bis normale Leistungsfähigkeit
-> Dekompensierte Herzinsuffizienz
Tritt meist bei einer Globalinsuffizienz auf. D.h. das Herz kann die Insuffizienz nicht mehr kompensieren und auch Medikamente zeigen keine Wirksamkeit.
Endokarditis
Eine Endokarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard) bzw. der Herzklappen. Man unterscheidet:
- abakteriell - meist nach einer Streptokokkeninfektion, die nicht ausreichend mit Antibiotika behandelt wurde. Dadurch kommt es zur Ablagerung von Immunkomplexen an den Klappen, die dann in ihrer Funktion beeinträchtigt sind.
- bakteriell - Besiedlung der Klappen durch Bakterien
Eine Endokarditis ist ohne eine ausreichende Behandlung tödlich.
Symptome
- Hohes Fieber
- Herzbeschwerden
- Herzinsuffizienz (durch Beeinträchtigung der Klappen)
- Dyspnoe (wegen der Herzinsuffizienz)
- Zyanose (wegen Herzinsuffizienz)
- Bildung von Thromben an der beeinträchtigten Klappen -> Thromboserisiko (Lunge/Gehirn)
Myokarditis
Eine Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels (Myokard) durch Viren.
Schwere Verläufe führen zu Herzerweiterung oder Herzinsuffizienz
Symptome
- Herzrhythmusstörungen
- Dyspnoe (Durch die HRST)
- Symptome eines grippalen Infekts (Fieber, Bronchitis etc.) -> deshalb auch oft falsch diagnostiziert
Perikarditis
Eine Perikarditis ist eine Entzündung des Herzbeutels (Perikard) durch Bakterien, Viren oder durch Giftstoffe. Eine Perikarditis kann auch als Folge eines Herzinfarkts auftreten. Wenn der Herzmuskel mit betroffen ist spricht man von einer Perimyokarditis. Bei schweren Verläufen kann es zu einer Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel kommen wodurch die Herzfunktion eingeschränkt wird.
Symptome
- Einengungsgefühl (ähnlich Angina Pektoris)
- Angst
- atemsynchrone Schmerzen
- Dyspnoe
- Tachykardie
Koronare Herzkrankheit (KHK)
Eine KHK ist eine dauerhafte Verengung der Herzkranzgefäße (Koronargefäße). Dadurch kommt es zu einer Unterversorgung des Herzens und somit zu einer Belastungsschwäche der betroffenen Person. Eine KHK kann zu einem kardiogenen Schock führen.
Arteriosklerose
Eine Arteriosklerose ist eine nicht entzündliche Erkrankung der Arterien. Es kommt zu einem Gewebeumbau des Arterienwand und somit zu einem Elastizitätsverlust. Dadurch kommt es auch zu einer unzureichenden Durchblutung und einem Sauerstoffmangel hinter der Verengung. Als Folgeerkrankungen können je nach betroffener Arterie arterielle Hypertonie, Herzinfarkt (Koronargefäße), Mesenterialinfarkt (Darmgefäße) oder Schlaganfall (Gehirnarterien) auftreten. Als Risikofaktoren gelten Raucher, hohe Blutfettwerte, Diabetes Melitus, Bewegungsmangel oder auch genetische Faktoren.
Akutes Koronarsyndrom (ACS)
Unter dem Oberbegriff "akutes Koronarsyndrom" werden zwei Krankheitsbilder zusammengefasst. Zum einen die Angina Pektoris (AP) und zum anderen der Herzinfarkt (HI). Wobei der HI noch in "STEMI" -> ST-Strecken-Hebung und "NSTEMI" -> keine ST-Strecken-Hebung unterteilt wird.
Angina Pektoris (AP)
Bei einer AP kommt es zu einer krampfhaften Verengung von Herzkranzgefäßen, die zeitlich begrenzt und auch vollständig reversibel ist. Eine AP wird durch Plaque begünstigt. Eine AP ist im Gegensatz zu einem HI Nitrosensibel. D.h. sie lässt sich mit Nitrospray behandeln.
Durch eine AP kommt es zu einer Sauerstoffunterversorung der Myokards. Und somit so folgenden Symptome:
- Schmerzen (retrosternal ggf. mit Ausstrahlung in linke Schulter und linken Arm)
- Schonhaltung (leicht nach vorne gebeugt)
- Engegefühl in der Brust
- Dyspnoe
- Angst, Panik
- Herzinsuffizienz -> Belastungsschwäche
Als Maßnahmen bei einer Angina Pektoris wird folgendes eingeleitet:
- Ruhe
- Oberkörperhochlagerung
- Monitoring
- Zugang vorbereiten
- Notarzt nachalarmieren (eine AP lässt sich im RD nicht vom HI unterscheiden)
Als Auslöser einer AP gelten:
- Belastung (physisch oder psychisch)
- Kältereiz
- deftige Mahlzeiten
- ein erhöhter, unbedienter Sauerstoffbedarf
Es gibt zwei Arten der AP. Zum einen die stabile AP, die bei bestimmten Belastungen auftritt und zum anderen die instabile AP. Eine instabile AP liegt vor, wenn eine AP zum ersten mal auftritt, oder wenn sich eine Veränderung einer stabilen AP einstellt. Als Sonderform der AP gibt es noch die prinzmetal AP, bei der kein konkreter Auslöser erkennbar ist, es kommt auch zu keiner körperlichen Einschränkung und die ST-Strecken-Veränderung ist vollständig ausgeprägt, aber nach Ende der AP wieder vollkommen reversibel.
Herzinfarkt / Myokardinfarkt (HI)
Ein HI ist ein permanenter Verschluss eines Koronargefäßes. Der Myokard hat eine Ischämietoleranz von 15 bis 30 Minuten. Danach kommt es zu irreversiblen Nekrosen. Je nach Größe des durch den Verschluss betroffenen Areals kommt es zu unterschiedlichen Komplikationen. Der HI ist im Gegensatz zur AP Nitroresistent. Als Komplikationen können Herzrhythmusstörungen, Linksherzversagen mit Lungenödem, ein kardiogener Schock oder gar ein Kreislaufstillstand auftreten.
Symptome
- Thoraxschmerz (retrosternal)
- Schmerzausstrahlung in Schulter, Kiefer, Brust, Hals, Oberbauch, Arm
-> Bei Diabetes kann es ggf. zu einem stillen Infarkt kommen!
- (Todes-)Angst, Panik
- Engegefühl in der Brust
EKG-Diagnostik
Das EKG-Bild zeigt in der II-Ableitung eine erhöhte ST-Strecke. Auch eine stark erhöhte T-Welle kann vorhanden sein. Als Endstadium nach einem HI zeigt sich den Rest des Lebens ein breiteres Q.
Unterschied AP/HI
Eine AP dauert weniger als 30 Minuten, ist Nitrosensibel und hat weniger vegetative Symptomatik (Angst, Panik, Schweiß, Dyspnoe etc.).
ca. 1/3 aller HI laufen stumm ab! Meist bei Frauen oder Diabetikern.
Basismaßnahmen AP/HI
- A
- B
-> Sauerstoffgabe
- C
-> Vorlastsenkung durch Oberkörperhochlagerung
-> Kontinuierliches Monitoring aller Parameter (Sättigung, Puls, EKG etc.)
-> keinen Stress verursachen, Patient beruhigen
-> keine körperliche Betätigung -> Patient läuft nicht!
- NA nachalarmieren
erweiterte Maßnahmen
- Zugang (langsam tropfend) -> Kein Nitro ohne Zugang!
- Medis: MONA-BH
-> Morphin, Sauerstoff (Std.), Nitro (bei AP), ASS (Std.), Beloc (Beta-Blocker, um Herzfrequenz zu senken), Heparin (Std.)
- Lyse (nur bei Transportdauer von mehr als 30 Minuten)
Kardiales Lungenödem
Ein kardiales Lungenödem ist eine folge einer akuten oder chronischen Linksherzinsuffizienz. Das Ödem beeinflusst die Diffusionsvorgänge in den Alveolen durch den manchmal fleischfarbenen Schauen, der sich bildet.
Symptome
- Dyspnoe
- Tachypnoe
- ggf. Orthopnoe
- Zyanose
- unruhiger, agitierter, ängstlicher Patient
- Atemgeräusch bei Expiration
- ggf. Sputum (Auswurf)
- im EKG sind ggf. HRST erkennbar
Als Therapieziel soll die Herzlast durch Vorlastsenkung gesenkt werden und die Herzkraft durch Sauerstoffgabe gesteigert werden.
Basismaßnahmen
- A
-> Atemwege freimachen und freihalten (ggf. Schaum absaugen)
- B
-> Sauerstoffgabe
-> Beurteilen der Atemfrequenz oder -Geräusche
- C
-> Aufrechte Sitzposition
-> unblutiger Aderlass, hängende Extremitäten um die Vorlast zu senden
-> Monitoring
Erweiterte Maßnahmen
- NA
-> Med. Therapie mit Nitro, Diuretika, Morphin und ansonsten Symptombedingt (HRST)
Hypertensiver Notfall
Entscheidend für die Einordnung als Hypertensiver Notfall ist der zeitliche Verlauf des Blutdruckanstiegs und nicht die Druckhöhe. Er tritt meist nach diversen Vorerkrankungen auf.
Symptome
- Leitsymptom: Hypertonie (> 200 systolisch)
- Hochroter Kopf
- Epistaxis (Nasenbluten)
- neulogischer Symptomkomplex
- Angst
- ggf. zerebrale Krämpfe
Basismaßnahmen
- A
- B
-> Sauerstoffgabe
- C
-> Blutdrucksenkung durch psychsche Einflussnahme (Beruhigen etc.)
-> Monitoring
- D
-> Aufrechte Sitzposition -> Hirndruck nicht unnötig erhöhen
-> Pupillencheck -> erhöhter Hirndruck bei Anisokorie
-> Differenzialdiagnose Apoplex (Apoplex zeigt auch erhöhten Blutdruck) -> Kreuzgriff etc.
-> NA-Nachforderung, wenn Patient instabil
Vasovagale Synkope
Eine vasovagale Synkope ist ein flüchtiger Bewusstseinsverlusst, der durch einen Vaguzreis ausgelöst wird. Dadurch kommt es zu einer Weitung der Gefäße und das Blut "versackt".
Symptome
- Hypotonie
- kurzzeitiger Bewusstseinsverlust (bis 30 Sekunden)
- Nach Ereignis Tachykardie
Basismaßnahmen
- A
-> Atemwege freimachen
-> Seitenlage
- B
-> Atemkontrolle
-> Sauerstoffgabe
- C
-> Monitoring
-> BZ!
-> Wenn Ansprechbar Schocklage
Embolus vs. Thrombus
Eine Embolie ist eine Verschleppung Körper -eigener/-fremder Stoffe. Der Entstehungsort ist nie der Verschlussort.
Eine Thrombose ist ein Verschluss durch eine Blutspropfbildung an einem geschädigten Gefäß, Gefäßwandveränderung etc. Der Entstehungsort ist der Verschlussort.
Es gibt venose und arterielle Verschlüsse. Die habe ich aber schonmal beim Rettungshelfer niedergeschrieben und wiederhole die hier nicht noch einmal...
COPD
(chronic obstructive pulmonary disease)
COPD ist ein Sammelbegriff für eine chronische Bronchitis und das Lungenemphysem.
COPD ist die häufigste Lungenerkrankung und tritt meist als Folge einer jahrelangen Belastung mit diversen Stoffen z.B. im Bergbau oder bei Kettenrauchern auf. Es gibt eine deutliche Abgrenzung zum Asthma Bronchialis, welche ähnliche Symptome zeigt, aber verschiedene Ursachen hat.
Als Folge einer COPD tritt durch die dauerhafte Unterversorgung mit Sauerstoff eine Hypoxie auf. Des weiteren kommt es durch den erhöhten Ausatemwiderstand zu einer weiteren Überblähung der Alveolen und dadurch zur Pulmonalen Hypertonie, Rechtsherzbelastung und dann zu einer Rechtsherzinsuffizienz.
Chronische Bronchitis
eine chron. Bronchitis ist eine dauerhafte Entzündung verbunden mit chronischem, teilweise produktivem Husten.
Lungenemphysem
Ein Lungenemphysem ist eine nicht-reversible Überblähung der Lunge und einer damit verbundenen Einschränkung der Lungenfunktion. Durch das Emphysem verschmilzen Alveolen und dadurch kommt es zu einer Verringerung der Gasaustauschfläche. Somit wird die Lungenfunktion zerstört.
Symptome COPD
- produktiver Husten
- Belastungsdyspnoe
- Zyanose
- Verlängerte Ausatmung
- Atemgeräusche bei der Expiration
- im weiteren Verlauf Ruhedyspnoe
Maßnahmen COPD
- Kontakt mit den auslösenden Stoffen vermeiden
- medikamentöse Langzeitbehandlung
- Heimsauerstoffgerät
- Akuttherapie durch Rettungsdienst -> Siehe Asthma
Asthma Bronchialis
Eine Asthma Bronchialis verläuft Anfallsartig und wird entweder durch interne Ursachen (Infekt, Anstrengung) oder externe Ursachen (Allergien) ausgelöst.
Symptome
- Anfallsartig
- Atemnot
- Atemgeräusche beim Ausatmen
- Tachypnoe
- ggf. Orthopnoe
- Zyanose
- Hypotonie
- Tachykardie
Basismaßnahmen
- Oberkörperhochlagerung
- Vorsichtige Sauerstoffgabe 2-4l
- Monitoring
- Lippenbremse einsetzen lassen
Erweiterte Maßnahmen
- Zugang vorbereiten
- medikamentöse Therapie
COPD vs. Asthma
COPD tritt durch Zigaretten o.ä. auf, wo hingegen Asthma meist durch Allergien verursacht wird.
COPD tritt erst in höherem Alter auf und Asthma im Kindes-/Jugendalter.
COPD tritt bei Belastung auf und Asthma anfallsartig.
COPD hat eine progrediente, dauerhafte Beeinträchtigung, Asthma hat einen wechselhaften und periodischen Verlauf.
COPD ist nicht reversibel und medikamentenresistent und Asthma ist durch Medikamente reversibel.
Pneumonie (Lungenentzündung)
Es gibt sowohl akute als auch chronische Lungenentzündungen.
Die Symptome sind abhängig vom Auslöser/Erregertyp, Masse des betroffenen Areals und der gesundheitlichen Verfassung des Patienten. Meist treten unspezifische Symptome, wie z.B. Husten, Fieber mit und ohne Schüttelfrost, auf. Die Patienten machen einen kranken bis sehr kranken Eindruck.
Pneumonie ist die häufigste entzündungsbedingte Todesursache. Vor allem bei einer bakteriellen Pneumonie kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. z.B. einer Sepsis, Hirnentzündung, Endo/Perimyokarditis, respiratorische Insuffizienz durch Eiter im Pleuraspalt oder Thrombosen durch langes liegen.
Basismaßnahmen
- Symptombestimmt
- Sauerstoffgabe
- Monitoring
- ggf. Hilfestellung beim produktiven Husten
Bolusgeschehen
Von einem Bolusgeschehen spricht man, wenn jemand, meist Säugling, Kleinkinder, ältere Menschen oder besoffene etwas aspirieren. Dabei ist es egal, ob es Nahrung, Gegenstände allterArt, Erbrochenes oder Blut ist. Durch das Bolusgeschehen werden die Atemwege komplett oder teilweise verschlossen. Dadurch besteht eine akute Erstickuhngsgefahr. Ggf. kommt es durch einen Vagusreiz an der Rachenhinterwand zu einer Bradykardie.
Symptome
- Abhängig von Größe und Konsitenz
- Akute Atemnot
- Starker Hustenreiz
- Unruhe, agitiert, Angst
- Tachykardie
- Schmerzen -> retrosternal, epigstrisch
- Schluckstörungen
- vermehrter Speichelfluss
- Würgereiz
Maßnahmen
freimachen der Atemwege durch
- manuelles Ausräumen
- Magillzange
- Absaugen
- bei Erwachsenen Heimlich-Handgriff
- bei Kindern: Rückenschläge
Hyperventilationssyndrom
Wird meist durch Angst, Stress, Wut, Aufregung oder Erschrecken ausgelöst. Der Patient macht dabei schnelle, tiefe Atemzüge, dadurch kommt es zu einer Störung des Säure-Base-Haushaltes im Körper, weil zuviel Kohlendioxid abgeatmet wird. -> respiratorische Alkalose. Typisch ist dabei die Pfötchenstellung der Hände.
Symptome
- Ameisenlaufen Mund/Finger
- Tetanie
- Tachypnoe
Basismaßnahmen
- Beruhigen (Talk down)
- Rückatmung z.B. mit Hyperventilationsmaske
- ggf. Notarzt
Und zum Schluss noch ein paar Tipps:
Was tun mit nervigen Angehörigen/Zeugen/Gaffern?
- den "Chef" der Gaffer aufpassen lassen, dass keiner raucht (Sauerstoff)
- Einsatzstelle absuchen lassen, ob nicht ggf. noch irgendwo jemand aus dem Auto geschleudert wurde
- Puls messen zeigen und dann bitten den Puls alle 30 Sekunden durchzugeben
- Infusionsständer
- In der Wohnung Platz schaffen lassen für die Trage/den Stuhl -> Möbel oder Teppiche wegräumen etc.
RS Tag 9
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