Mittwoch, 9. November 2011

RS Tag 5

Heute ging es mal so um Grundlagen... Also Aufbau Zelle und Gewebe, Blut, Immunsystem, Wasser und Elektrolythaushalt, Vitalfunktionen etc.

Zelle
Eine Zelle ist die kleinste lebensfähige Einheit aller Organismen und besitzt die vier Grundfunktionen des Lebens:
- Stoffwechsel
- Reizabeantwortung
- Eigenbewegeung
- Verdopplung des genetischen Materials
Große Lebewesen, wie z.B. der Mensch bestehen aus vielen einzelnen Zellen, z.B. ca. 60 Billionen
Die Zelle ist im inneren mit einer Flüssigkeit gefüllt, dem sogenannten Zytoplasma.   Eine Zelle besitzt im Inneren einen Zellkern (Nukleus) in dem die genetischen Informationen der Zelle abgelegt sind. Der Zellkern steuert die Vorgänge in der Zelle. Dann gibt es noch Mitochondrien, die sind für die Energieversorgung der Zelle zuständig und somit die "Kraftwerke der Zelle". Diese "Organe" der Zelle nennt man auch Zellorganellen. 

Gewebe
Gewebe besteht aus vielen Zellen, die alle die gleiche Funktion haben. z.B. Muskelgewebe

Man unterscheidet beim Gewebe in folgende Unterformen:
- Epithelgewebe
Ist das Oberflächengewebe und schützt vor Austrocknung, mechanischen oder chemischer Reizung und kann auch Drüsen- und Sinnenepithel sein. Epithelgewebe ist z.B. die Haut, das Oberflächengewebe des Darms etc.
- Stütz- und Bindegewebe
Sorgt für den Aufbau der inneren Strukturen und füllt Zwischenräume aus. z.B. elastisches Knorpelgewebe oder Knochengewebe
- Muskelgewebe
Muskelgewebe macht bei Frauen ca. 35% und bei Männern ca. 45% des Körpergewichts aus. Das Muskelgewebe sorgt für Körperhaltung, Bewegung, Stofftransport im Organismus und produziert ca. 85% der benötigten Wärme im Körper.
Man unterscheidet beim Muskelgewebe die drei verschiedenen Arten:
-> glatte Muskulatur
auch Organmuskultar genannt. z.B. in Bronchien, Blutgefäßen, Blase, Darm etc. Sie wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert und unterliegt somit keiner bewussten Kontrolle. Die glatte Muskulatur besitzt nur eine geringe Kraft, ist langsam, aber regenerationsfähig und ausdauernd.
-> quer gestreifte Muskulatur
auch Skelettmuskulatur genannt. Sie unterliegt der willentlichen Steuerung, ist leistungsstark und kann große Kräfte entwickeln. Allerdings ermüdet sie schnell.
-> Herzmuskulatur
ist eine quer gestreifte Muskulatur, die aber nicht dem Willen unterliegt, sehr ausdauernd ist, über die Fähigkeit der Reizweiterleitung durch die Zellen verfügt, aber nicht regenerationsfähig ist.
- Nervengewebe
Sorgt für die Informationsweiterleitung im Körper.

Organe/Organsysteme
bestehen aus verschiedenen Geweben und haben spezifische Funktionen. z.B. die Lunge. Einen Zusammenschluss ähnlicher oder verwandter Funktionen bezeichnet man als Organsystem. z.B. das Atemsystem mit Bronchien, Lungen, Rachen etc.

Blut
Das Blut besteht zu ca. 45% aus festen Bestandteilen:
- Erythrozyten (Rote Blutkörperchen)
- Leukozyten (weiße Blutkörperchen)
- Thrombozyten (Blutplättchen)
und zu 55% aus flüssigen Bestandteilen (Blutplasma):
- davon 90% Wasser
- Rest Hormone, Proteine, Nährstoffe etc.
Um die ungefähre Blutmenge einer Person zu ermitteln rechnet man 80ml pro Kg Körpergewicht (bis max. 8 Liter)

Erythrozyten
Die roten Blutkörperchen werden im roten Knochenmark gebildet. Rotes Knochenmark befindet sich beim Erwachsenen in platten und Kurzen Knochen. z.B. Schulterblatt, Rippen, Schädel, Sternum, Hand- und Fußknochen. Bei Kindern findet die Blutbilddung in nahezu allen Knochen statt.
Die Erythrozyten sind für den Sauerstofftransport zu den Zellen und den Rücktransport des CO2 zur Lunge zuständig. Sie haben eine ungefähre Lebensdauer von 120 Tagen und werden dann in der Milz abgebaut. Das gewonnene Eisen wird für die Generierung von neuen roten Blutkörperchen recyclet. Die roten Blutkörperchen haben keinen Zellkern und besitzen eine runde Scheibenform. Der Hauptbestandteil eines roten Blutkörperchens ist das Hämoglobin.

Leukozyten
Die weißen Blutkörperchen sind für die Immunabwehr zuständig. Sie sind die einzigen Blutzellen mit einem eigenen Zellkern und können sich selbstständig fortbewegen. Einige Leukozyten leben nur wenige Tage und andere das ganze Leben lang. Weiße Blutkörperchen sind vermehrt an Entzündungsorten anzutreffen.
Man unterscheidet bei der Immunabwehr zum einen die unspezifische abwehr, die angeboren ist und alles fremde bekämpft und zum anderen die spezifische Abwehr, die erlernt wurde z.B. durch überstandene Erkrankung oder Impfung.

Thrombozyten
Sie haben eine Lebensdauer von ca. 4-10 Tagen und sind unregelmäßig geformt. Die Blutplättchen sorgen durch Thrombozytenaggregation für den Verschluss einer Verletzung der Blutgefäße und sondern Enzyme ab, die die Blutgerinnung fördern.

Die Hauptaufgaben des Blutes sind:
- Stofftransport (Sauerstoff, Kohlendioxid, Nährstoffe etc.)
- Wundstillung (durch die Thrombozyten)
- Wärmeregulation
- Immunabwehr
- Pufferfunktion

Blutgruppen
Es gibt bei verschiedenen Menschen verschiedene Blutgruppen. Die Blutgruppen sind benannt nach den Antigenen auf den Erythrozyten. D.h. Blutgruppe A besitzt Antigen A auf den roten Blutkörperchen. Und Antikörper B imd Blutplasma. Blutgruppe B hingegen besitzt Antigen B auf den roten Blutkörperchen und Antikörper A im Plasma. Blutgruppe AB besitzt sowohl Antigen A als auch B auf den Erythrozyten und keine Antikörper im Plasma. Blutgruppe 0 hat keine Antikörper auf den Erythrozyten, aber dafür Antikörper A und B im Plasma.
Treffen nun Antikörper auf das Antigen kommt es zu einer Verklumpung (Agglutination).

Lymphsystem
Das Lymphsystem besteht aus den lymphatischen Organen, wie z.B. Mandeln, LLymphknoten, Milz, lymphatisches Darmgewebe etc. Hauptaufgabe ist die Aufnahme von Wasser und geringen Mengen Eiweiß aus dem Zwischenzellenraum und die Immunabwehr. Die Lymphgefäße sind blind endende Gefäße und stellen keinen Kreislauf dar.

Milz
Die Milz ist ein bohnenförmiges Organ, das auf der linken Seite hinter dem Magen liegt und ca. 4x7x11cm (4711-regel) groß ist. Die Hauptaufgabe ist Blutfilterung und Immunabwehr.

Stoffwechsel (Metabolismus)
Als Stoffwechsel bezeichnet man die in Zellen ablaufenden chemischen Vorgänge des Auf-, Ab- und Umbaus von Körpersubstanz.
Er dient dem Aufbau und Erhalt der Körperfunktionen und -Substanz. Man unterscheidet zwei Arten des Metabolismus:
- Anabolismu - Aufbau von Körpersubstanz (Baustoffwechsel)
- Katabolismus - Umwandlung von Körpersubstanz in Energie (Energiestoffwechsel)

Wasser- und Elektrolythaushalt
Wasser macht bei Frauen ca. 50%, bei Männern ca. 60% und bei Kindern ca. 75% des Körpergewichts aus. Davon sindd jweils 2/3 in den Zellen (intrazellulär) und 1/3 außerhalb der Zellen (extrazellulär) gelagert. Der extrazelluläre Teil umfasst sowohl das Wasser zwischen den Zellen (interstitiell) als auch das im Blutkreislauf (intravasal).

Säure-Basen-Haushalt
Das Blut hat normalerweise einen ph-Wert zwischen 7,37 und 7,43. Werte oberhalb von 8,0 bzw. unterhalb von 6.8 führen zum Tod. Wenn der Wert unterhalb der 7,37 ist spricht man von Azidose und oberhalb von 7,43 von Alkalose. Ein richtiger ph-Wert ist wichtig für die Arbeit der Zellen.
Es gibt verschiedene Auslöser für Azidose bzw. Alkalose:
- respiratorische Azidose - durch Störung der Atemfunktion (Atemdepression, Kohlendioxid im Blut steigt an)
- metabolische Azidose - Diabetes, Insulinmangel, Durchfall, Niereninsuffizienz
- respiratorische Alkalose - Hyperventilation (zu wenig Kohlendioxid im Blut)
- metabolische Alkalose - Säureverlust durch Erbrechen, Urinausscheidung ( z.B. durch Lasyx)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen